Lavendel aus der Provence: Blüte, Sorten und Reisezeit

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (Werbung). Wenn du über einen dieser Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Lavendel aus der Provence blüht typischerweise von Ende Juni bis Anfang August, am zuverlässigsten auf dem Plateau de Valensole und der Hochebene von Sault. Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) wächst über 800 Metern Höhe, während der ertragreiche Lavandin die tieferen Felder prägt. Wer die Vollblüte erleben will, reist in der zweiten Julihälfte an.

Kaum ein Bild steht so für Südfrankreich wie violette Felder bis zum Horizont. Doch viele Reisende stehen vor einem Problem: Sie kommen zu früh, zu spät oder am falschen Ort an – und die Felder sind bereits abgeerntet. Dieser Artikel erklärt, welche Lavendelarten es gibt, wann die Blüte wirklich am schönsten ist und wie du deine Reise so planst, dass du die violette Pracht garantiert erwischst.

Was ist Lavendel aus der Provence eigentlich?

Lavendel aus der Provence ist eine Sammelbezeichnung für Lippenblütler der Gattung Lavandula, die im Südosten Frankreichs kultiviert werden. Botanisch unterscheidet man vor allem echten Lavendel und Lavandin.

Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) gilt als der hochwertigste. Er wächst über 800 Metern Höhe, blüht in kleinen, unregelmäßigen Ähren und liefert das feinste ätherische Öl. Für ihn gibt es seit 1981 eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die AOP Huile essentielle de lavande de Haute-Provence.

Der Lavandin ist eine natürliche Kreuzung aus echtem Lavendel und Speiklavendel. Er ist robuster, wächst in tieferen Lagen und bildet die großen, dichten Reihen, die man auf den meisten Postkarten sieht. Sein Ölertrag ist deutlich höher, der Duft aber weniger fein. Mehr botanischen Hintergrund liefert der Artikel zum Lavendel bei Wikipedia.

Wann blüht der Lavendel in der Provence?

Die Blüte reicht von Ende Juni bis Anfang August, mit dem Höhepunkt in der zweiten Julihälfte. Der genaue Zeitpunkt hängt von Höhenlage und Wetter des jeweiligen Jahres ab.

In tieferen Lagen wie auf dem Plateau de Valensole (etwa 500–600 Meter) beginnt die Blüte früher, oft schon Mitte Juni. Auf der höher gelegenen Hochebene von Sault (rund 800 Meter) und im Naturpark Verdon verschiebt sich der Höhepunkt in den späten Juli oder frühen August.

Die Ernte des Lavandin startet meist Mitte Juli, beim echten Lavendel Ende Juli bis Mitte August. Wer zu spät kommt, sieht abgeerntete, braune Stoppelfelder. Eine Orientierung zum Timing findest du in unserem Beitrag zu den schönsten Lavendel-Orten der Provence.

Blütezeit nach Region im Überblick

Gebiet Höhe (ca.) Beste Blütezeit
Plateau de Valensole 500–600 m Ende Juni bis Mitte Juli
Hochebene von Sault ca. 800 m Mitte Juli bis Anfang August
Luberon 300–700 m Anfang bis Ende Juli
Verdon / Plateau 800–1000 m Ende Juli bis August

Wo findet man den schönsten Lavendel aus der Provence?

Die bekanntesten Felder liegen auf dem Plateau de Valensole, rund um die Abtei Sénanque bei Gordes und auf der Hochebene von Sault. Diese drei Gebiete decken unterschiedliche Blützeitpunkte ab.

Das Plateau de Valensole ist das größte zusammenhängende Anbaugebiet und ideal für frühe Reisende. Die Abtei Notre-Dame de Sénanque, ein Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert, bietet das klassische Motiv aus Lavendelfeld und Steinbau. Sault eignet sich für alle, die erst Ende Juli anreisen können.

Rund um die Felder liegen einige der malerischen Dörfern der Provence wie Gordes, Roussillon oder Moustiers-Sainte-Marie. Eine gute Grundlage zur Planung deiner Strecke bietet unsere Karte der Provence.

Wie kommt man zu den Lavendelfeldern?

Am flexibelsten erreicht man die Felder mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen, da sie meist außerhalb der Ortschaften liegen. Öffentliche Verkehrsmittel decken die abgelegenen Plateaus kaum ab.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Marseille und Nizza, beide etwa 1 bis 2 Stunden Fahrt entfernt. Vom Plateau de Valensole nach Sault sind es rund 90 Minuten über kurvige Landstraßen. Plane pro Region mindestens einen halben Tag ein, damit du für Fotos und Distillerien Zeit hast.

Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, findet Hinweise zu Maut und Verkehrsregeln in unserem Ratgeber Frankreich mit dem Auto. Allgemeine Infos zur Region liefert der Überblick zur Provence bei Wikipedia.

Was macht man mit Lavendel aus der Provence?

Aus dem Lavendel wird vor allem ätherisches Öl gewonnen, das in Parfüms, Kosmetik und Aromatherapie verwendet wird. Getrocknete Blüten dienen als Duftsäckchen, echter Lavendel auch in der Küche.

Zur Ölgewinnung wird der Lavendel per Wasserdampfdestillation verarbeitet. Für einen Liter ätherisches Öl des echten Lavendels braucht man rund 130 Kilogramm Blüten – beim Lavandin deutlich weniger, was seinen niedrigeren Preis erklärt.

In der provenzalischen Küche würzt echter Lavendel Honig, Kekse und die Gewürzmischung Herbes de Provence. Beim Kauf lohnt der Blick auf das AOP-Siegel: Es garantiert echten Lavendel aus definierten Höhenlagen und nicht das günstigere Lavandin-Öl.

Praktische Tipps für den Besuch

Das schönste Licht für Fotos herrscht früh morgens und in der Stunde vor Sonnenuntergang, wenn die Felder golden schimmern und weniger Besucher unterwegs sind. Mittags ist das Licht hart und die Parkplätze voll.

Betritt die Felder nicht ohne Erlaubnis – es handelt sich um landwirtschaftliche Flächen im Privatbesitz. Achte außerdem auf Bienen, die während der Blüte in großer Zahl unterwegs sind. Feste Schuhe und Sonnenschutz sind auf den offenen Plateaus Pflicht.

Anzeige

Unsere Empfehlung: Sonnenschutz Reise Outdoor

Bei Amazon ansehen*

Wer die Region intensiver erkunden möchte, kombiniert die Lavendelfelder gut mit einem Städtetrip. Anregungen gibt unser Artikel über die Provence in Frankreich.

Anzeige

Unsere Empfehlung: Outdooractive DE

Zum Angebot*

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist die beste Zeit für Lavendel aus der Provence?

Die zweite Julihälfte bietet die zuverlässigste Vollblüte, weil dann sowohl tiefe als auch hohe Lagen in Farbe stehen. In Valensole beginnt die Blüte oft schon Mitte Juni, auf der Hochebene von Sault dauert sie bis Anfang August. Ab Mitte Juli beginnt vielerorts die Ernte, weshalb sehr späte Reisende abgeerntete Felder riskieren.

Was ist der Unterschied zwischen echtem Lavendel und Lavandin?

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) wächst über 800 Metern, hat kleine unregelmäßige Blüten und liefert das feinste, teuerste Öl. Lavandin ist eine robuste Kreuzung aus tieferen Lagen mit großen, dichten Reihen und höherem Ölertrag, aber weniger feinem Duft. Die meisten Postkartenfelder zeigen Lavandin, das AOP-Siegel kennzeichnet echten Lavendel.

Wo kann man Lavendelöl aus der Provence kaufen?

Am authentischsten ist der Kauf direkt bei den Distillerien und auf lokalen Wochenmärkten, etwa in Valensole, Sault oder Apt. Achte beim Öl auf das Siegel AOP Huile essentielle de lavande de Haute-Provence, das echten Lavendel aus geschützten Höhenlagen garantiert. Deutlich günstigeres Lavandin-Öl ist ebenfalls verbreitet, aber im Duft weniger fein.

Kann man die Lavendelfelder betreten und fotografieren?

Fotografieren vom Feldrand ist überall erlaubt und erwünscht. Das Betreten der Reihen ist jedoch nur mit Erlaubnis gestattet, da es sich um bewirtschaftete Privatflächen handelt. Beschädigte Pflanzen bedeuten für die Bauern echten Ernteverlust. Frühe Morgenstunden bieten das beste Licht und die wenigsten Besucher.

Fazit

Lavendel aus der Provence lohnt jede Reiseplanung, wenn Timing und Ort stimmen. Wer die zweite Julihälfte wählt und Valensole, Sénanque oder Sault kombiniert, erwischt die Vollblüte mit hoher Sicherheit. Unterscheide echten Lavendel von Lavandin, respektiere die Felder als Privatbesitz und plane genug Zeit für Distillerien und Dörfer ein. Stell dir jetzt deine Route zusammen und erlebe die violette Blüte, bevor die Ernte beginnt.

Passend dazu